Mit Biblischen Figuren Geschichten erzählen

Es gibt zahlreiche Methoden und Möglichkeiten die Figuren einzusetzen. Die drei von mir am häufigsten gebrauchten Methoden möchte ich Ihnen hier kurz vorstellen:

Vorarbeit: Vom Text zur Szene

Bevor ich einen Text in Szene setze lese ich den biblischen Text gründlich durch. Am besten auch in verschiedenen Übersetzungen. Dann schreibe ich die Fragen und Gedanken, die mir spontan zum Text einfallen, auf. Anschließend markiere ich die Verben des Textes mit einer Farbe. Ich schaue, welche Verben oft vorkommen, bzw. welche Verben markante Schlüsselstellen bezeichnen. Bewegungen des Textes und der Personen werden so deutlich. Anschließend werden die Substantive markiert - vor allem die handelnden Personen. Ich versuche, die Beziehungen der Personen untereinander auf einem Blatt Papier aufzumalen. Wichtig ist auch der Raum oder der Ort, in oder an dem sich die Personen begegnen (Das Stadttor von Jerricho, der Weg nach Emmaus....). Auch die Zeit spielt in manchen Texten eine Rolle (z.B. der Ostermorgen).

Nach dieser Analyse kann ich schon bestimmen welches für mich die Schlüsselszene eines Textes ist. Diese Bestimmung ist ein Stück weit etwas subjektives. Eine biblische Geschichte erschließt sich immer nur aus einem persönlichen Blickwinkel heraus. Diese Blickwinkel können so verschieden sein, wie die Menschen, die sich mit einem Text befassen. Für mich macht gerade diese Vielschichtigkeit den Reichtum der Texte aus.

Anschließend ist es hilfreich erläuternde Literatur zu den Texten zu Rate zu ziehen. Das kann ein Lexikonartikel sein oder exegetische Literatur zum Neuen und Alten Testament. Ihre Pfarrerin oder ihr Pfarrer steht Ihnen bei der Suche sicher hilfreich zur Seite. Auch im Internet wird man schnell fündig. In vielen Bibelausgaben gibt es auch im Anhang erläuternde Texte zu bestimmten Begriffen oder zur Umwelt der biblischen Geschichten.

Nun kann ich diese Schlüsselszene mit den Figuren stellen. Vorher muß ich noch entscheiden, welche Requisiten ich brauche (Tücher für den Untergrund (Farbe?), einen Weg, ein Tor, einen Esel, eine Trommel etc. - Da gibt es unendlich vieles auf dem Markt. Und vieles kann man auch selber herstellen.)). Ich verwende Requisiten möglichst sparsam, denn allzuviel kann zu sehr von der eigentlichen Aussage der Geschichte ablenken. Wichtig ist die Figuren so zu stellen, dass die Beziehung der Figuren untereinander deutlich wird (Blickkontakt oder Abwenden, aufeinander zu oder voneinander weg gehen etc). Die Gefühle der beteiligten Personen lassen sich mit den Figuren besonders gut ausdrücken:

 

 

1. Eine Szene stellen

2. Mehrere Szenen zu einer Geschichte stellen

3. Die Geschichte zusammen mit TeilnehmerInnen Vers für Vers in Szene setzen.